In diesem Kurs werden Zusammenhänge zwischen musikalischen Praktiken und ihren geografischen
Verortungen im Kontext von Flucht betrachtet und hinterfragt. In diesem Sinne stellt insbesondere
Musik als sehr mobile Kulturtechnik etablierte Narrative kultureller Räume und ihrer Grenzen in
Frage. Im Fluchtkontext ist dies verbunden mit Krisensituationen im Heimatland, dem meist
beschwerlichen Weg in ein neues Land und starken Machtgefällen im Fluchtalltag. Aber lassen sich
Musiken in solchen Zusammenhängen überhaupt mittels lokaler Zuschreibungskategorien fassen?
Sind Grenzen und ihre Überschreitungen hörbar? Das Seminar möchte grundlegende Forschungen
zur Verortung von Musik in Fluchtkontexten vorstellen und diskutieren. Daran anschließend sollen
die gewonnenen Erkenntnisse anhand von Case Studies veranschaulicht und erprobt werden. Hierbei
werden zum einen Beispiele aus der Literatur herangezogen. Zum anderen soll auch eine Begegnung
mit durch Flucht geprägte Musikpraktiken in Lüneburg erfolgen, um das Themenfeld so auch
empirisch zu erschließen.